Wie viel Rendite gibt es bei Private Equity?
Private Equity verstehen: Welche Rendite realistisch ist – und wovon sie abhängt
Private Equity (PE) hat in der Vergangenheit häufig eine attraktive Rendite erzielt – und genau deshalb ist die Frage „Wie hoch ist die Rendite bei Private Equity?“ so beliebt. Gleichzeitig wäre es irreführend, eine einzige Zahl zu nennen. Rendite entsteht hier in mehreren Schritten über viele Jahre, ist nicht täglich handelbar und hängt stark von Managerqualität, Strategie, Marktphase und Kosten ab. In diesem Ratgeber führen wir durch die wichtigsten Kennzahlen, ordnen historische Ergebnisse ein, erklären Renditeunterschiede nach Strategien, beleuchten Risiken – und nehmen aktuelle Angebote wie die „12 % Zielrendite“ von Trade Republic kritisch unter die Lupe. Ziel ist, dass Sie die Rendite bei Private Equity realistisch einschätzen und Entscheidungen im Rahmen einer soliden Finanzberatung treffen können.

[fs-toc-h2]1. Rendite-ABC im Private-Equity-Kontext: IRR, MOIC, DPI – was steckt wirklich dahinter?
Wer die Rendite bei Private Equity verstehen will, stößt schnell auf Kürzel wie IRR, MOIC oder DPI. Hinter diesen Begriffen stehen die wichtigsten Messgrößen, um den Erfolg eines Fonds zu bewerten – sie zeigen nicht nur, wie viel Gewinn erzielt wurde, sondern auch wann und wie zuverlässig.
IRR (Internal Rate of Return)
Die IRR ist die „interne Verzinsung“ – also die durchschnittliche jährliche Rendite, die ein Investment über seine gesamte Laufzeit erzielt hat. Dabei werden alle Ein- und Auszahlungen berücksichtigt, ähnlich wie bei einem Zinseszinsrechner. Wenn ein Fonds also früh Gewinne ausschüttet, steigt die IRR; kommen die Rückflüsse erst spät, fällt sie geringer aus. Sie zeigt also nicht nur den Ertrag, sondern auch den zeitlichen Verlauf des Erfolgs.
MOIC (Multiple on Invested Capital)
Der MOIC ist einfacher zu verstehen: Er beschreibt, wie oft sich das eingesetzte Kapital vervielfacht hat. Ein MOIC von 2,0 bedeutet, dass ein Investor am Ende das Doppelte seines Einsatzes zurückbekommen hat. Der Nachteil: Der MOIC berücksichtigt nicht, wie lange dieses Ergebnis gebraucht hat – ob in 3 oder 10 Jahren, bleibt offen.
DPI (Distributed to Paid-In)
Diese Kennzahl zeigt, wie viel Geld bereits tatsächlich an die Anleger zurückgeflossen ist, im Verhältnis zum ursprünglich eingezahlten Kapital. Ein DPI von 1,0 bedeutet: Das eingesetzte Kapital wurde komplett zurückgezahlt; bei 0,5 ist erst die Hälfte realisiert. Der DPI ist also ein Maß für „echte“, ausgezahlte Gewinne – keine Buchwerte.
TVPI (Total Value to Paid-In)
Der TVPI kombiniert beides: Er addiert den realisierten Teil (DPI) und den noch im Fonds gebundenen Restwert (RVPI). Damit zeigt er, wie viel das Investment aktuell insgesamt wert ist – ausgeschüttet plus noch nicht verkaufte Beteiligungen.
Kurz gesagt:
- IRR = jährliche Durchschnittsrendite über die Zeit
- MOIC = Wie viel vom eingesetzten Kapital insgesamt zurückkam
- DPI = Wie viel davon schon realisiert und ausgezahlt wurde
- TVPI = Gesamter Wert inklusive noch laufender Beteiligungen
Eine professionelle Finanzberatung wird diese Kennzahlen immer im Zusammenhang betrachten, um ein realistisches Bild der Rendite bei Private Equity zu zeichnen. Denn jede Zahl für sich erzählt nur einen Teil der Geschichte – zusammen ergeben sie das Gesamtbild, wie erfolgreich ein Fonds wirklich ist.
[fs-toc-h2]2. Durchschnittliche Renditen im Überblick: Historie ja – Garantien nein
Langfristige Auswertungen zeigen, dass Private Equity über mehrere Zeiträume tendenziell vor Aktien liegen kann, vor allem wenn man Top-Manager erreicht und über Jahre diversifiziert. Gleichzeitig waren die jüngsten Zyklen von zähen Exits, höheren Zinsen und verhaltenen Bewertungen geprägt; in solchen Phasen schnitten liquide Aktienmärkte zeitweise besser ab. Seriös ist deshalb nur eine Bandbreiten-Sicht: Private-Equity-Renditen schwanken über Jahrgänge, Strategien und Manager stark – die Spanne zwischen Top- und Bottom-Quartil ist groß. Aktuelle Marktberichte sprechen zudem von einem „langsamen Zeitalter“ mit gedämpftem Dealflow und geringeren Ausschüttungen – gut für Geduldige, herausfordernd für alle, die schnelle DPI erwarten.
[fs-toc-h2]3. Was treibt die Rendite bei Private Equity? Branchen, Marktphase, Haltedauer
Die Rendite bei Private Equity entsteht im Kern aus operativer Verbesserung (Umsatzwachstum, Margen), Multiplikator-Effekten (Bewertungen beim Exit) und Finanzierungshebeln. Drei praxisnahe Treiber:
- Sektorfokus: Software/Technologie, Gesundheit und skalierbare B2B-Dienstleistungen lieferten in vielen Portfolios überdurchschnittliche Ergebnisse – allerdings mit Bewertungsrisiken in Hype-Phasen.
- Zinsen & Bewertungen: Steigende Finanzierungskosten drücken Kaufpreise weniger stark nach oben als früher; Wertsteigerung muss mehr aus operativem Fortschritt kommen, weniger aus reiner Multiple-Expansion.
- Haltedauer & Exitfenster: Längere Haltedauer kann den MOIC heben, aber die IRR belasten. Schwächere IPO- & M&A-Fenster verzögern DPI – was Liquiditätsplanung und Erwartungsmanagement erschwert.
Praktischer Hinweis: Planen Sie Kapitalabrufe und Ausschüttungen immer konservativ. Private Equity Investments sind immer als sog. Satelliteninvestments zu verstehen, aus denen in unregelmäßigen Abständen (immer wenn Exits durch das Fondsmanagement erfolgen) Rückflüsse generiert werden.
[fs-toc-h2]4. Renditeprofile nach Strategie: Buyouts, Venture, Growth, Distressed – unterschiedliche Motoren
Nicht alle Private-Equity-Strategien funktionieren gleich. Je nach Ansatz unterscheiden sich Risiko, Zeithorizont und Ertragsquellen erheblich.
Buyouts sind die bekannteste Form: Fonds übernehmen reife Unternehmen, optimieren deren Struktur und verkaufen sie nach einigen Jahren gewinnbringend weiter. Diese Strategie bietet meist stabilere Renditen durch operative Einflussnahme und Cashflows, allerdings auch Abhängigkeit von Zins- und Exitmärkten.
Venture Capital investiert in junge, wachstumsstarke Start-ups. Hier entstehen die höchsten potenziellen Renditen – aber auch viele Totalausfälle. Nur wenige Fonds erzielen echte Outlier-Ergebnisse.
Growth Equity positioniert sich dazwischen: Investitionen in Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell, die frisches Kapital für Skalierung benötigen. Das Risiko ist geringer als bei Venture Capital, die Renditechancen aber moderater.
Distressed/Turnaround-Fonds schließlich investieren in Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten – sie profitieren in Krisenzeiten, tragen jedoch das höchste Ausfallrisiko.
Für Anleger gilt: Die Rendite bei Private Equity hängt stark davon ab, welche Strategie, welcher Manager und welcher Jahrgang gewählt wird. Wir konzentrieren uns bei unseren Empfehlungen und dem Private Equity Anbieter auf den sog. Lower Mid-Market Bereich. Das bedeutet, dass die PE-Fonds jeweils ein Volumen von 200 Mio. bis 1.200 Mio. USD einsammeln. Dabei setzen wir also bewusst nicht auf die großen Buyout-Fonds.
[fs-toc-h2]5. Risiken & Volatilität: Hohe Ertragschancen – aber lange Kapitalbindung und Verlustrisiko
Private-Equity-Fonds sind keine täglich handelbaren Anlagen. Das Kapital ist oft 10–12 Jahre gebunden, und Rückflüsse erfolgen erst nach mehreren Jahren. Die scheinbar glatte Wertentwicklung täuscht: Auch PE-Fonds sind konjunkturanfällig – Bewertungen können sinken, Exits sich verzögern.
Weitere Risiken:
- Bewertungsrisiko: Unternehmenswerte werden intern modelliert, nicht börsentäglich festgestellt.
- Illiquidität: Ein- und Ausstieg sind nur zu festgelegten Terminen möglich - in der Regel aus Anlegersicht keine Ausstiegsmöglichkeit während der Laufzeit.
- Kosten: Verwaltungs- und Performancegebühren mindern die Nettorendite (wie bei offenen Investmentfonds auch)
- Managerselektion: Der Renditeunterschied zwischen einem guten und einem durchschnittlichen Fonds kann mehrere Prozentpunkte pro Jahr betragen.
Private Equity belohnt also Geduldige, und bestraft Ungeduldige. Wer investiert, muss verstehen, dass hohe Zielrenditen mit langen Laufzeiten und Unsicherheiten, was den Zeitpunkt der Rückflüsse angeht, einhergehen.
[fs-toc-h2]6. Private Equity im Vergleich: Aktien, Anleihen und alternative Investments
Der Vergleich zwischen Private Equity und Aktienmärkten ist faszinierend – und oft missverstanden. Zwar haben viele PE-Fonds langfristig eine höhere Durchschnittsrendite erzielt als etwa der MSCI World, aber das Bild verändert sich, sobald man Risiken, Liquidität und Kosten berücksichtigt.
- Liquidität und Zeithorizont:
Aktien sind täglich handelbar, Private Equity dagegen jahrelang gebunden. Diese Illiquidität ist kein Nachteil an sich – sie erzwingt langfristiges Denken und schützt vor impulsivem Verhalten. Wer jedoch kurzfristig Kapital benötigt, ist hier falsch aufgehoben. Daher empfehlen wir PE-Investments immer als Beimischung und nie als Kerninvestment. - Rendite-Risiko-Profil:
Historisch liefern gute Buyout-Fonds etwa 2–3 Prozentpunkte mehr als börsennotierte Aktien – im Gegenzug tragen Anleger das Risiko illiquider Märkte und konzentrierter Portfolios. Der vermeintlich „ruhige Verlauf“ privater Bewertungen spiegelt nicht das echte Risiko, sondern das Fehlen täglicher Kursbewegungen. - Diversifikation:
Private Equity kann ein Portfolio sinnvoll ergänzen, da Werttreiber (Management, operative Effizienz, Unternehmenswachstum) oft andere sind als bei Aktien oder Anleihen. Wichtig ist, über mehrere Fonds, Regionen und Jahrgänge zu diversifizieren, um das sogenannte Vintage-Risiko abzufedern. Alternativ investiert man in gut aufgestellte und diversifizierte Dachfonds. - Kosten und Transparenz:
Während ETFs Gesamtkosten von unter 0,3 % haben, liegen sie bei Private-Equity-Fonds oft bei 2 % Managementgebühr plus 20 % Erfolgsbeteiligung. Diese Struktur kann die Nettorendite erheblich senken, wenn die Fondsleistung nicht überdurchschnittlich ist. - Psychologie & Verhalten:
Ein interessanter Aspekt: Viele Anleger erzielen in Private-Equity-Anlagen bessere Ergebnisse, weil sie nicht handeln können. Sie bleiben investiert, auch in Krisen. Das schützt vor emotionalen Fehlentscheidungen – ein oft unterschätzter Vorteil. - Alternative Investments:
Im Vergleich zu Immobilien, Infrastruktur oder Private Debt bietet Private Equity das höchste Ertragspotenzial, aber auch die größte Unsicherheit. Wer Stabilität sucht, kombiniert PE mit defensiveren Bausteinen – wer Wachstum sucht, nutzt es als langfristige Beimischung.
Private Equity kann demnach eine starke Ergänzung zu traditionellen Anlagen sein, kein Ersatz. Die höheren Ertragschancen sind real, aber sie kommen mit längeren Laufzeiten, höheren Kosten und höheren Selektionsrisiken.
[fs-toc-h2]7. Aktuell heiß diskutiert: Trade Republic mit „12 % Zielrendite“ – was heißt das?
Das aktuelle Angebot von Trade Republic hat viel Aufmerksamkeit erregt: Ab 1 € Mindestanlage sollen Anleger Zugang zu Private-Equity-Fonds erhalten – mit einer „Zielrendite von 12 %“ und theoretisch monatlicher Rückgabemöglichkeit. Tatsächlich handelt es sich um ELTIF-Strukturen (European Long Term Investment Funds), die semi-liquide gestaltet sind. Das heißt: Rückgaben sind nur möglich, wenn ein Käufer im internen Marktplatz vorhanden ist. Eine echte tägliche Liquidität gibt es nicht. Zudem sind die 12 % keine Garantie, sondern ein langfristiges Ziel, das sich an den historischen Renditen der Top-Fonds orientiert. Nach Kosten, Abschlägen und Fondsgebühren dürfte die tatsächliche Nettorendite eher darunter liegen.
Kurz gesagt: Das Angebot ist spannend, weil es Private Equity für Kleinanleger öffnet – aber es ändert nichts an der Grundnatur dieser Anlageklasse: langfristig, illiquide, risikobehaftet. Die semi-liquiden Strukturen vieler ELTIFs halten wir eher für problematisch, da Private Equity eine illiquide Anlageklasse ist.
[fs-toc-h2]8. Fazit: Private Equity – stark für Geduldige mit gutem Zugang
Private Equity bietet langfristig hohe Renditechancen, erfordert aber Geduld, Wissen und den richtigen Zugang. Historisch lagen Top-Fonds mit durchschnittlich 10–15 % Rendite über vielen Jahren leicht vor den Aktienmärkten – allerdings mit großen Unterschieden zwischen den besten und den schwächsten Managern.
Entscheidend ist zu verstehen: Die Rendite bei Private Equity entsteht über Jahre, nicht über Nacht. Kapital ist lange gebunden, Rückflüsse kommen unregelmäßig, und die tatsächliche Nettorendite hängt stark von Managerqualität, Kosten und Marktlage ab. Wer diese Eigenarten akzeptiert, kann von der sogenannten Illiquiditätsprämie profitieren – wer kurzfristige Flexibilität sucht, eher nicht.
Angebote wie das von Trade Republic mit einer „12 % Zielrendite“ öffnen den Zugang für Kleinanleger, ändern aber nichts an der Langfristigkeit dieser Anlageklasse. Diese 12 % sind eine historische Orientierung, keine Garantie.
Für erfahrene Anleger kann Private Equity ein sinnvoller Ergänzungsbaustein im Portfolio sein – breit gestreut, professionell gemanagt und mit realistischen Erwartungen. Auch institutionelle Investoren halten meist 20–30 % in diesem Bereich, um Wachstum und Diversifikation zu fördern.
Die Beratungslounge unterstützt Sie dabei, den richtigen Zugang zu Top-Fonds zu finden und eine Rendite bei Private Equity zu erzielen, die zu Ihrer langfristigen Strategie passt – fundiert, strukturiert und mit klarem Blick auf Chancen und Risiken. Wir schaffen den Zugang zu den Top Anbietern am Markt.
Autor des Bildes: WrightStudio
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