DeepTech im Portfolio: Wie Anleger über den MIG Fonds 18 in Zukunftstechnologien wie NcodiN investieren
Venture Capital macht es möglich, schon früh an den Innovationen von morgen beteiligt zu sein. Wie das funktioniert, welche Rolle Streuung spielt – und warum ein Pariser Laser-Startup ein gutes Beispiel dafür ist.
Die spannendsten Technologieunternehmen sind oft längst finanziert, bevor sie je an die Börse gehen. Über Venture-Capital-Fonds wie den MIG Fonds 18 können sich auch Privatanleger frühzeitig an solchen jungen DeepTech-Unternehmen beteiligen – idealerweise breit gestreut über mehrere Beteiligungen. Wie das funktioniert, zeigen wir am Beispiel von NcodiN: einem Pariser Startup, das mit dem kleinsten Laser der Welt eines der größten Probleme der Künstlichen Intelligenz lösen will.

Die wertvollsten Technologieunternehmen unserer Zeit waren irgendwann einmal kleine, kaum bekannte Startups – finanziert von Investoren, die früh an eine Idee geglaubt haben. Genau hier setzt Venture Capital an: die Beteiligung an jungen, nicht börsennotierten Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial.
Für Privatanleger war dieser Bereich lange schwer zugänglich. Über professionell gemanagte Venture-Capital-Fonds wie den MIG Fonds 18 ist eine Beteiligung heute jedoch möglich – breit gestreut über 10-15 junge Unternehmen. Eines davon ist NcodiN, ein Pariser DeepTech-Startup, das mit dem kleinsten Laser der Welt die Künstliche Intelligenz schneller machen will. An diesem Beispiel lässt sich gut zeigen, worin man bei Venture Capital eigentlich investiert – und worauf es dabei ankommt.
[fs-toc-h2]Warum Venture Capital ins Portfolio gehören kann
Ein großer Teil der Wertentwicklung erfolgreicher Unternehmen findet heute statt, bevor sie überhaupt an die Börse gehen. Wer erst beim Börsengang einsteigt, verpasst oft die dynamischste Wachstumsphase. Venture Capital ermöglicht es, schon in dieser frühen Phase dabei zu sein.
Das ist mit erheblichen Chancen verbunden – aber auch mit Risiken. Nicht jedes junge Unternehmen wird erfolgreich. Manche Beteiligungen entwickeln sich hervorragend, andere scheitern vollständig. Genau deshalb ist im Venture Capital ein Prinzip entscheidend: breite Streuung.
Das Prinzip der Streuung
Ein einzelnes Investment in ein einzelnes Startup wäre hochspekulativ. Ein professionell gemanagter Venture-Capital-Fonds verteilt das Kapital dagegen auf viele verschiedene Unternehmen. Die Idee dahinter: Einige wenige besonders erfolgreiche Beteiligungen können die Verluste aus gescheiterten Investments mehr als ausgleichen. Statt auf ein einzelnes Pferd zu setzen, beteiligt man sich an einem ganzen Portfolio.
Wie diese Anlageklasse grundsätzlich funktioniert, welche Chancen und Risiken sie bietet und für wen sie geeignet ist, erläutern wir ausführlich auf unserer Seite zum Venture Capital Investment.
[fs-toc-h2]Der MIG Fonds 18: Zugang zu jungen DeepTech-Unternehmen
Die MIG Fonds zählen zu den etablierten Venture-Capital-Angeboten im deutschsprachigen Raum. Über sie können sich Privatanleger an einer Vielzahl junger Technologie- und Life-Sciences-Unternehmen beteiligen – Bereiche, die für Einzelinvestoren sonst kaum zugänglich sind.
Der MIG Fonds 18 kann noch bis Ende 2026 gezeichnet werden. Anleger beteiligen sich damit nicht an einem einzelnen Unternehmen, sondern – dem Streuungsprinzip folgend – an einem Portfolio aus mehreren aussichtsreichen Firmenbeteiligungen. Eine dieser Beteiligungen ist NcodiN.
Der Anbieter MIG Capital hat nach eigenen Angaben bislang über 770 Millionen Euro in rund 60 Startups investiert, schwerpunktmäßig in DeepTech und Life Sciences. Das aktuelle Portfolio umfasst mehr als 30 Unternehmen aus Bereichen wie Halbleitertechnik, Biopharmazie, Energie- und Umwelttechnik sowie Digitalisierung.
Wohin erfolgreiche MIG Fonds Unternehmen gelangen können, zeigt nicht nur der erfolgreiche Börsengang und Exit von BioNTech in Zeiten der Corona Krise, sondern auch der aktuell anstehende Börsengang eines der führenden Quantencomputerunternehmen der Welt, der finnischen IQM voraussichtlich im Juli 2026. Hier werden erste Exit Erlöse in gleich mehreren MIG Fonds im Jahr 2027 erwartet.
[fs-toc-h2]Beispiel NcodiN: Worin man hier eigentlich investiert
Um zu verstehen, was Venture Capital greifbar macht, lohnt ein Blick auf ein konkretes Portfoliounternehmen. NcodiN ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel – weil es zeigt, an welcher Stelle der Wertschöpfung solche Investments ansetzen: ganz am Anfang, bei einer technologischen Innovation mit großem Marktpotenzial.
Das Problem, das NcodiN lösen will
Künstliche Intelligenz braucht enorme Rechenleistung. Der Engpass liegt dabei längst nicht mehr nur in den Rechenkernen selbst, sondern in den Verbindungen zwischen den einzelnen Chip-Bausteinen. Diese Datenübertragung erfolgt bisher über winzige Kupferdrähte – und Kupfer stößt bei den enormen Bandbreiten moderner KI an physikalische Grenzen: zu viel Hitze, zu hoher Energieverbrauch, zu geringe Geschwindigkeit. In der Branche spricht man von der „Kupfer-Wand".
Die Lösung: Licht statt Kupfer
NcodiN will diese Wand durchbrechen, indem das Unternehmen Daten nicht mehr elektrisch über Kupfer, sondern optisch über Licht überträgt. Das Kernprodukt – ein sogenannter optischer Interposer namens NConnect – integriert dafür nach Unternehmensangaben den weltweit kleinsten Nanolaser direkt auf klassischem Silizium, rund 500-mal kleiner als der bisherige Industriestandard.
Der potenzielle Vorteil: deutlich höhere Geschwindigkeit bei geringerem Energieverbrauch (bis zu 100fach weniger) – und das, ohne dass bestehende Prozessor-Architekturen grundlegend umgebaut werden müssen. Genau solche Innovationen, die ein konkretes, drängendes Problem einer Wachstumsbranche adressieren, sind typische Ziele von DeepTech-Venture-Capital.
Warum erfahrene Investoren überzeugt sind
Im November 2025 hat NcodiN eine überzeichnete Seed-Finanzierungsrunde über 16 Millionen Euro abgeschlossen – angeführt von MIG Capital über die MIG Fonds 17 und 18. Beteiligt waren weitere spezialisierte Technologie- und Halbleiter-Investoren. Dass eine Frühphasenrunde überzeichnet ist, deutet darauf hin, dass mehr Kapital investiert werden wollte als verfügbar war – ein Signal für das Interesse erfahrener Investoren an dieser Technologie.
Auch das wissenschaftliche Umfeld ist bemerkenswert: Zu den Beratern zählt unter anderem ein renommierter Photonik-Pionier der UC Berkeley.
[fs-toc-h2]Wie aus einer Beteiligung Rendite wird – und wann
Bei Venture Capital ist Geduld entscheidend. Der Weg von der frühen Finanzierung bis zu einer möglichen Wertrealisierung ist lang und durchläuft mehrere Phasen. Am Beispiel NcodiN lässt sich das gut nachvollziehen:
Phase 1 (aktuell bis 2026): Das Unternehmen überführt seine Technologie aus dem Labor in erste industrietaugliche Entwicklungsschritte und arbeitet an der Fertigung auf Standard-Wafern.
Phase 2 (2027 bis 2028): Test- und Vorserienfertigung. Erste Musterexemplare gehen an strategische Partner zur Validierung.
Phase 3 (ab 2029): Geplanter kommerzieller Marktstart und Massenfertigung.
Für Anleger bedeutet das: Venture Capital ist eine langfristige Anlageklasse. Rückflüsse entstehen nicht kurzfristig, sondern oft erst nach vielen Jahren – nämlich dann, wenn Portfoliounternehmen erfolgreich verkauft werden, an die Börse gehen oder mit anderen Unternehmen verschmelzen. Dieser Zeitplan ist zudem eine Planung, kein Versprechen: Verzögerungen oder Rückschläge sind in der DeepTech-Entwicklung jederzeit möglich.
[fs-toc-h2]Für wen eignet sich eine Venture-Capital-Beteiligung?
Eine Beteiligung über einen Venture-Capital-Fonds kann für Anleger interessant sein, die:
- ihr Portfolio über klassische Aktien und Anleihen hinaus breiter aufstellen möchten
- einen langen Anlagehorizont mitbringen und das Kapital langfristig nicht benötigen
- die Chancen früher Unternehmensbeteiligungen nutzen möchten
- die Risiken bewusst tragen können, einschließlich eines möglichen Totalverlusts einzelner Beteiligungen
- den Wert einer breiten Streuung über viele Unternehmen schätzen
Sie eignet sich in der Regel nicht für Anleger, die kurzfristig auf ihr Kapital angewiesen sind oder die keine Verlustrisiken tragen können oder möchten.
Ob und in welchem Umfang eine solche Beteiligung zu Ihrer persönlichen Anlagestrategie passt, lässt sich am besten in einem individuellen Gespräch klären. Vereinbaren Sie dafür gerne einen Termin über unsere unabhängige Finanzberatung.
[fs-toc-h2]Häufige Fragen zu Venture Capital und dem MIG Fonds 18
Was ist der MIG Fonds 18?
Der MIG Fonds 18 ist ein Venture-Capital-Fonds (AIF - Alternativer Investmentfonds), über den sich Anleger an einem Portfolio aus jungen DeepTech- und Life-Sciences-Unternehmen beteiligen können. Der Fonds kann noch bis Ende 2026 gezeichnet werden. Zu den Beteiligungen zählt unter anderem das KI-Hardware-Startup NcodiN.
Wie funktioniert ein Venture-Capital-Fonds?
Ein Venture-Capital-Fonds bündelt das Kapital vieler Anleger und investiert es in eine Vielzahl junger, nicht börsennotierter Unternehmen. Durch die Streuung über viele Beteiligungen, Branchen und Investitionszeitpunkte wird das Risiko verteilt: Einige erfolgreiche Unternehmen können Verluste aus gescheiterten Beteiligungen ausgleichen. Rückflüsse entstehen, wenn Portfoliounternehmen verkauft werden oder an die Börse gehen.
Warum ist Streuung bei Venture Capital so wichtig?
Weil nicht jedes junge Unternehmen erfolgreich ist. Ein einzelnes Investment wäre hochspekulativ. Durch die Beteiligung an vielen Unternehmen über einen Fonds verteilt sich das Risiko – einzelne Verluste fallen weniger ins Gewicht, während erfolgreiche Beteiligungen den Gesamtertrag tragen können.
Was macht NcodiN?
NcodiN ist ein 2023 gegründetes DeepTech-Startup aus Paris und Teil des MIG-Portfolios. Es entwickelt optische Interposer mit integrierten Nanolasern, um die Datenübertragung in KI-Chips von Kupfer auf Licht umzustellen – und damit eine zentrale Leistungsgrenze moderner KI-Hardware zu überwinden.
Kann man direkt in NcodiN investieren?
Eine direkte Beteiligung an NcodiN ist für Privatanleger nicht möglich. Über den MIG Fonds 18 ist eine indirekte Beteiligung im Rahmen eines breit gestreuten Venture-Capital-Portfolios möglich. Dies stellt keine Anlageempfehlung dar und ist mit erheblichen Risiken verbunden, insbesondere wenn man nicht breit genug streut. Ein Fonds investiert in der Regel in 10-15 Einzelunternehmen. Die Statistik besagt, dass bei 100 Venture Capital Unternehmen später 6 für 60 % der Rückflüsse verantwortlich sein werden. Deswegen empfehlen wir in 3-4 Venture Fonds nacheinander zu investieren, um breit genug zu streuen.
Wann ist mit Rückflüssen zu rechnen?
Venture Capital ist eine langfristige Anlageklasse. Rückflüsse entstehen meist erst nach vielen Jahren, wenn Portfoliounternehmen erfolgreich verkauft werden oder an die Börse gehen. Im Fall von NcodiN ist der kommerzielle Marktstart der Technologie nach aktueller Planung ab 2029 vorgesehen – feste Zusagen über Rückflüsse lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.
[fs-toc-h2]Fazit: Früh dabei sein – mit Augenmaß
Venture Capital eröffnet Privatanlegern die Möglichkeit, schon früh an den Technologien von morgen beteiligt zu sein – an Unternehmen, die ein konkretes Problem einer Wachstumsbranche lösen wollen. NcodiN ist dafür ein anschauliches Beispiel: ein junges Unternehmen mit einer potenziell wegweisenden Technologie, finanziert unter anderem über die MIG Fonds.
Entscheidend ist dabei der richtige Rahmen: ein langer Anlagehorizont, das bewusste Tragen von Risiken und vor allem eine breite Streuung über viele Beteiligungen. Über Fonds wie den MIG Fonds 18 lässt sich dieser Zugang strukturiert gestalten – als Beimischung in einem ausgewogenen Gesamtportfolio.
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Disclaimer: Dieser Artikel wurde von der Beratungslounge zu allgemeinen Informationszwecken erstellt und beruht auf öffentlich verfügbaren Quellen (Stand: Juni 2026). Er stellt keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Eine Beteiligung an Venture-Capital-Fonds ist mit erheblichen Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Totalverlusts des eingesetzten Kapitals und einer langfristigen Kapitalbindung. Verbindlich sind allein die offiziellen Verkaufsunterlagen des jeweiligen Fonds. Eine breite Streuung im Venture-Capital-Bereich ist essenziell. Vor einer Anlageentscheidung empfehlen wir ein persönliches Beratungsgespräch.
Autor des Bildes: von Вячеслав Кравченко
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