IQM Quantum Computers: Europas erstes börsennotiertes Quantencomputer-Unternehmen – was der Börsengang für MIG-Fonds-Anleger bedeutet
Das deutsch-finnische Quantencomputer-Unternehmen IQM plant via SPAC-Deal den Gang an die US-Börse – mit einer Bewertung von rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Unsere Kunden sind über den MIG Fonds 14 und MIG Fonds 17 seit der Frühphase investiert.
Vor wenigen Wochen hat IQM Quantum Computers einen Meilenstein bekannt gegeben, der in der europäischen Technologiegeschichte seinesgleichen sucht: Das Unternehmen plant, über einen SPAC-Deal mit der Nasdaq-notierten Real Asset Acquisition Corp. (RAAQ) voraussichtlich im Juni 2026 als erstes europäisches Quantencomputer-Unternehmen an einer US-Börse gelistet zu werden. Die dabei zugrunde gelegte Pre-Money-Bewertung beträgt rund 1,8 Milliarden US-Dollar. Für Anleger der MIG Fonds 2, 4, 6, 8, 10, 14 und MIG Fonds 17, die seit der Frühphase an IQM beteiligt sind, markiert dieser Schritt einen außergewöhnlichen Entwicklungsmoment ihrer Investition.
[fs-toc-h2]Von der Aalto University zum Nasdaq-Listing: Die IQM-Story
Es gibt Unternehmensgeschichten, die sich wie ein Lehrbuchbeispiel für erfolgreiche Deeptech-Entwicklung lesen. IQM Quantum Computers ist eine davon.
2018 in Espoo, Finnland, als Spin-off der Aalto University und des VTT Technical Research Centre gegründet, hat sich IQM in weniger als acht Jahren zur unangefochtenen Nummer eins unter den europäischen Herstellern supraleitender Quantencomputer entwickelt. An der Spitze steht CEO Dr. Jan Goetz, Quantenphysiker, TU-München-Absolvent und vom Handelsblatt zum Gründer des Jahres 2023 gewählt. COO ist seit Anfang 2026 Sören Hein. Das Unternehmen beschäftigt heute über 300 Mitarbeiter an mehr als 12 Standorten weltweit – darunter ein bedeutendes Entwicklungszentrum in München, das 2020 eröffnet wurde.
[fs-toc-h2]Was IQM von anderen Quantencomputer-Unternehmen unterscheidet
Wer Quantencomputing kennt, weiß: Viele Unternehmen in diesem Bereich arbeiten noch weitgehend im Forschungsmodus. IQM hat einen anderen Weg gewählt – den der industriellen Realität.
Das Unternehmen verfolgt ein konsequent vertikal integriertes Geschäftsmodell: Chipdesign, Fertigung, Montage und Betrieb liegen vollständig in eigener Hand. Die Quantenchip-Fabrik in Espoo umfasst rund 5.000 m² Produktionsfläche inklusive Reinraum und hat eine Kapazität von bis zu 20 Quantencomputern pro Jahr. Eine zusätzliche Produktionsstätte für Quantenprozessoren entsteht derzeit in Grenoble, Frankreich, mit geplantem Betriebsstart bis 2027. Im Juni 2024 eröffnete IQM außerdem ein Quantendatenzentrum in München, das bis zu zwölf Systeme beherbergen soll.
Das Ergebnis dieser Strategie ist einzigartig in der Branche: 21 verkaufte Systeme an 13 Kunden, 15 bereits ausgelieferte Systeme – mehr öffentlich bekannte On-Premises-Auslieferungen als jeder andere Quantencomputer-Hersteller weltweit. Zu den Abnehmern zählen vier der zehn weltweit größten Supercomputing-Zentren (u.a. in Jülich).
Besonders hervorzuheben ist die technologische Reife: IQMs Prozessoren erreichen eine Qubit-Genauigkeit (Fidelity) von über 99,9 % für Einzel-Qubit- und Zwei-Qubit-Gatter – ein Wert, der für kommerzielle Anwendungen entscheidend ist.
[fs-toc-h2]Das Produktportfolio: Vom Einstieg bis zur Quantenfehlerkorrektur
IQM adressiert mit seinem Angebot die gesamte Bandbreite relevanter Zielgruppen:
IQM Spark (5 Qubit) richtet sich an Universitäten und Lehreinrichtungen und ist zu einem Preis unter einer Million Euro erhältlich – damit einer der zugänglichsten Einstiege in physische Quantencomputer überhaupt.
IQM Radiance (54–150 Qubit) ist auf Hochleistungsrechenzentren, Unternehmen und Behörden ausgerichtet und wird seit 2024 ausgeliefert. Referenzkunden wie das Leibniz-Rechenzentrum in Garching und das VTT in Finnland belegen die bereits laufende kommerzielle Realität.
IQM Halocene (150–1.000+ Qubit) markiert die nächste Entwicklungsstufe: Das System ist auf Quantenfehlerkorrektur ausgelegt und soll Ende 2026 kommerziell verfügbar sein. Zukünftige Versionen sollen mehr als 1.000 Qubits erreichen, mit dem strategischen Ziel fehlertoleranter Quantencomputer bis 2030.
[fs-toc-h2]Referenzkunden: Deutschlands erster hybrider Quantencomputer
Dass IQM keine Versprechen verkauft, sondern Systeme, zeigen die Referenzen.
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 40 Millionen Euro geförderten Projekts Q-Exa wurde ein 20-Qubit-IQM-System in den Supercomputer SuperMUC-NG des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) in Garching integriert – Deutschlands erster hybrider Quantencomputer. Im Rahmen des europäischen Euro-Q-Exa-Programms folgen weitere IQM-Systeme (54 und 150 Qubits) für das LRZ. Das Forschungszentrum Jülich betreibt seit 2024 einen IQM Spark als Teil der JUNIQ-Infrastruktur. Das VTT in Finnland hat bereits mehrere IQM-Systeme in Betrieb und erhält 2026 einen 150-Qubit- sowie 2027 einen 300-Qubit-Computer.
Partnerschaften mit NVIDIA, Hewlett Packard Enterprise, Amazon Web Services, Toyo Corporation und Bechtle AG unterstreichen die industrielle Vernetzung des Unternehmens. Seit März 2024 ist IQM zudem über Amazon Braket in der Cloud nutzbar.
[fs-toc-h2]Die Finanzierungsgeschichte: MIG Fonds als Pionier-Investor
Die Beteiligungsgeschichte der MIG Fonds an IQM beginnt 2019 – und damit am Ursprung des Unternehmens.
Im Rahmen der Seed-Finanzierung (11,45 Mio. Euro) investierten die MIG Fonds – darunter MIG Fonds 14 – als Lead-Investor und erwarben für 4 Millionen Euro einen Anteil von 17 % an IQM. Dr. Axel Thierauf, Partner der MIG Fonds, übernahm den Vorsitz des IQM-Verwaltungsrats.
2020 folgte die Serie A1 (39 Mio. Euro), erneut mit den MIG Fonds als Lead-Investor.
2022 beteiligte sich MIG Fonds 17 erstmals – IQM war dabei das allererste Investment des Fonds. Dieser Einstieg erfolgte im Rahmen der Serie A2 (128 Mio. Euro), der damals größten Quantencomputer-Finanzierungsrunde Europas.
Im September 2025 folgte eine Serie-B-Runde über 320 Mio. US-Dollar – die größte Serie-B-Finanzierung der Quantenbranche weltweit außerhalb der USA – geführt von Ten Eleven Ventures. Die Gesamtfinanzierung von IQM beläuft sich damit auf über 600 Millionen US-Dollar.
[fs-toc-h2]Der Börsengang: SPAC-Deal mit Real Asset Acquisition Corp.
Am 23. Februar 2026 haben IQM und die Nasdaq-notierte Real Asset Acquisition Corp. (RAAQ) den Abschluss eines verbindlichen Business Combination Agreement bekannt gegeben. Die Vorstände beider Unternehmen haben der Transaktion einstimmig zugestimmt.
Ein SPAC – eine sogenannte Akquisitionszweckgesellschaft – ermöglicht einem noch nicht börsennotierten Unternehmen, durch Fusion mit einer bereits gelisteten Mantelgesellschaft schneller und planbarer an die Börse zu gelangen als über einen klassischen IPO-Prozess.
Die wesentlichen Transaktionsparameter:
- Pre-Money-Bewertung: ca. 1,8 Milliarden US-Dollar
- Erwarteter Cash-Zufluss nach Closing: über 450 Millionen US-Dollar, zusammengesetzt aus dem RAAQ-Treuhandkonto (~175 Mio. USD), einer begleitenden PIPE-Finanzierung (~134 Mio. USD zu 10 USD je Aktie), Warrant-Ausübungen (~24 Mio. USD) sowie dem bestehenden IQM-Cash-Bestand (~172 Mio. USD, Stand Ende 2025, unauditiert)
- Listing: als American Depositary Shares (ADS) an NYSE oder Nasdaq; mögliche Zweitnotierung an der Börse Helsinki
- Geplanter Abschluss: voraussichtlich Juni 2026
- Lock-up: Alle wesentlichen bestehenden IQM-Aktionäre haben sich zu einer Haltefrist verpflichtet; es werden keine Anteile verkauft und kein Bargeld an bestehende Gesellschafter ausgezahlt.
Als Finanzberater fungieren J.P. Morgan SE und Rothschild & Co. auf Seiten von IQM; TD Cowen berät RAAQ.
[fs-toc-h2]Bedeutung für MIG-Fonds-Anleger
Für unsere Anleger der MIG Fonds 14 und MIG Fonds 17 ist dieser Schritt ein außergewöhnlicher Entwicklungsmoment.
MIG Fonds 14 ist seit der allerersten Finanzierungsrunde 2019 an IQM beteiligt. Damals wurden für 4 Millionen Euro 17 % des Unternehmens erworben. Die nun zugrunde gelegte Pre-Money-Bewertung von rund 1,8 Milliarden US-Dollar illustriert die Entwicklung, die das Unternehmen seither genommen hat.
Mit dem Listing an einer US-Börse entsteht erstmals ein liquider, regulierter Markt für die Beteiligung – ein struktureller Unterschied zur bisherigen Situation als vorbörsliche Venture-Capital-Investition, die naturgemäß nicht handelbar ist.
Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich der Berichterstattung und stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Angaben zum erwarteten Transaktionsabschluss, Bewertungen und geplanten Meilensteinen basieren auf offiziellen Mitteilungen der beteiligten Unternehmen und sind zukunftsgerichtete Aussagen, die mit Unsicherheiten verbunden sind. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Erfüllung üblicher Abschlussbedingungen, behördlicher Genehmigungen sowie der Zustimmung der RAAQ-Aktionäre.
[fs-toc-h2]Ausblick: Quantencomputing als Industriesektor
Quantencomputer sind keine Technologie der fernen Zukunft mehr. Sie sind Gegenwart – in Forschungszentren, Supercomputing-Verbünden und zunehmend in industriellen Anwendungen.
Laut einer Analyse der Boston Consulting Group könnte der Wert der Quantentechnologie in den nächsten 15 bis 30 Jahren auf bis zu 850 Milliarden US-Dollar anwachsen. Anwendungsfelder umfassen Pharmakologie und Wirkstoffforschung, Materialwissenschaft, Finanzoptimierung, Logistik, Cybersicherheit und Klimamodellierung.
IQMs nächste geplante Meilensteine:
- Juni 2026: Voraussichtliches Börsenlisting an NYSE oder Nasdaq
- Ende 2026: Erste kommerzielle Halocene-Systeme (150 Qubit, Fehlerkorrektur)
- 2027: Weltführendes 300-Qubit-System für VTT Finnland
- 2030: Angestrebtes fehlertolerantes Quantencomputing
CEO Dr. Jan Goetz bringt die Unternehmensphilosophie auf den Punkt: „Quantencomputing ist kein Forschungsprojekt mehr. Es ist eine Industrie."
Quellen: Offizielle Pressemitteilungen von IQM Quantum Computers und Real Asset Acquisition Corp., Mitteilungen der MIG Capital AG / HMW Kapitalanlagen, Handelsblatt, FAZ, TechCrunch, Financial Times, Yahoo Finance. Alle Kerndaten wurden über mindestens drei unabhängige Quellen verifiziert.
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